Allgemeine Krankengymnastik

 Die Krankengymnastik ist eine Form der Bewegungstherapie. Sie kann helfen Krankheiten vorzubeugen, ist aber auch Teil der Behandlung einer bestehenden Krankheit oder wird in der Nachbehandlung von Krankheiten, Operationen oder Unfällen eingesetzt. Die Übungen werden unter Anleitung von Physiotherapeuten ausgeführt. Dabei gibt es eine Vielzahl von Verfahren und Techniken. Die Anwendungsgebiete umfassen vor allem Schäden am Stütz- und Bewegungsapparat. Darüber hinaus gibt es spezielle Konzepte zur Förderung der Herz- und Lungenfunktion oder bei Bewegungsstörungen z. B. nach einem Schlaganfall oder bei Lähmungen. In der Schwangerschaft und in der nachgeburtlichen Phase hat die Krankengymnastik eine wichtige unterstützende Funktion. Neben den "klassischen" Techniken gibt es auch Sonderformen der Krankengymnastik wie Wassergymnastik, kombinierte Techniken mit Elementen aus Yoga oder mit Hilfsmitteln beispielsweise Nordic Walking.

Krankengymnastik für Kinder und Säuglinge mit orthopädischen oder posttraumatischen Erkrankungen

Bei der Physiotherapie für Kinder werden Eltern angeleitet im täglichen Umgang mit Ihrem Kind bestimmte Techniken beim Tragen, Wickeln, An- und Ausziehen, Füttern ... zu benutzen. In der Praxis führen wir spezielle Techniken spielerisch durch, um die Kinder in ihrer Beweglichkeit zu fördern, die Körperwahrnehmung zu schulen und ihre Haltung zu verbessern.

Krankengymnastik im Bewegungsbad

Das ist eine Behandlungsmethode der Hydrotherapie. Hierbei werden die Auftriebskraft, der Reibungswiderstand und die Temperatur in Kombination mit Massageeffekt des Wassers genutzt. Das Bewegungsbad wird hauptsächlich bei orthopädischen und traumatischen Erkrankungen aber auch im neurologischen Bereich eingesetzt. Die Wärme des Wassers fördert die Entkrampfung verspannter Muskulatur. Der Auftrieb erlaubt es dem Patienten, die Übungen mit einem Zehntel seines Körpergewichtes durchzuführen. So kann der Patient, selbst wenn er eine geringe Teilbelastung auf dem Trockenen hat, im Wasser voll belasten. Der Wasserwiderstand erschwert die Bewegung im Wasser und ermöglicht so einen recht sanften und trotzdem guten Muskelaufbau, sowie eine spürbare Bewegungsverbesserung.

Krankengymnastik im Schlingentisch

Über einer Behandlungsbank befindet sich eine Metallkonstruktion. Mit speziellen Seilzügen und Schlingen werden Arme oder Beine schwerelos aufgehängt. Bei der Ganzkörperaufhängung wird der Körper vollständig von den Schlingen gehalten und schwebt über der Bank. Unter Ausnutzung dieser Schwerelosigkeit können orthopädische und traumatische Erkrankungen des Bewegungsapparates physiotherapeutisch behandelt werden. Mögliche Schwerpunkte der Behandlung im Schlingentisch, können die Kräftigung geschwächter oder gelähmter Muskulatur oder auch die Dehnung verkürzter Muskulatur sowie die Schulung der Koordination sein. Weiterhin sind physiotherapeutische Techniken zur Verbesserung der Gelenk- und Wirbelsäulenbeweglichkeit, schmerzlindernde Maßnahmen sowie Entspannungstechniken möglich.

Manuelle Therapie

Die manuelle Therapie dient der Behandlung von Funktionsstörungen des Bewegungssystems (Gelenke, Muskeln und Nerven). Sie wird von Physiotherapeuten mit einer speziellen Weiterbildung durchgeführte. Die manuelle Therapie ist eine sehr gelenknahe und somit schonende Technik. Sie beinhaltet Untersuchungs- und Behandlungstechniken und ist zunächst für den Patienten überwiegend passiv. Ist für den Patienten eine physiologische Gelenksituation wiederhergestellt, sollten aktive, stabilisierende Übungen durchgeführt werden. Klassische Beschwerdebilder bei denen manuelle Therapie seine Anwendung findet sind Funktionsstörungen der Wirbelsäule (Blockaden).

Lymphdrainage

Die Lymphdrainage ist eine massageähnliche Behandlungstechnik mit systematischer Anordnung und rhythmischer Folge von verschiedenen sanften Griffen. Sie dient nicht der Lockerung und Entspannung der Muskulatur, sondern sie soll den Abtransport der Lymphflüssigkeit aus den Körpergeweben fördern. Sie findet häufig Anwendung nach Operationen, Bestrahlungen, Entfernung der Lymphknoten oder Wunden, bei denen Verletzungen im Lymphgefäßsystem entstanden sind. Ödeme können jedoch auch durch eine angeborene Schwäche der Lymphgefäße entstehen. Der Therapeut versucht, durch spezielle Griffe entlang der Lymphbahnen den Abfluss der Flüssigkeit zu beschleunigen und so die Ödeme zurückzubilden. Die Lymphdrainage sollte mit einer Kompressionsbehandlung (Bandagen, Stützstrümpfe) und Krankengymnastik sowie hautpflegerische Maßnahmen kombiniert werden, um einen schnellen Behandlungserfolg zu bewirken. Die Behandlung kann nur von Therapeuten, die eine entsprechende Weiterbildung absolviert haben durchgeführt werden.

Klassische Massage

Sie dient der mechanischen Beeinflussung von Haut, Bindegewebe und Muskulatur durch Dehnungs-, Zug- und Druckreiz. Die Wirkung der Massage erstreckt sich von der behandelten Stelle des Körpers über den gesamten Organismus, was auch die Psyche mit einschließt. Vorrangig wird die Massage zur Lockerung von Verspannung und Lösen von Verklebungen im Bereich der Haut und der Muskulatur eingesetzt. Neben der klassischen Massage gibt es die Narben- und die Periostmassage. Außerdem finden auch Reflexzonenmassagen, wie die Segment-, die Bindegewebs-, die Fuß- oder Handreflexzonenmassagen ihre Anwendung. Im Wellnessbereich werden noch eine Vielzahl anderer Techniken verwendet.

Zentrifugalmassage

Zentrifugalmassage ist eine Spezialmassage zur Beseitigung von Bewegungseinschränkungen im Schulter- Arm-Bereich.
  • Styloiditis
  • Coracoiditis
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Bewegungseinschränkungen aller Art nach Frakturen, Distorsionen
  • Herzinfarkt, abgeklungener Mrb. Sudec
  • bedingt anwendbar bei Brachialgie und Myalgie
Diese Massagetechnik wird vorwiegend mit den Fingerkuppen und Daumenballen durchgeführt, nur bei Walkungen und zentrifugalen Abstrich wird die ganze Handfläche eingesetzt. Gearbeitet wird mit einem flüssigem Gleitmittel (Wasser mit Temperatur von ca. 38° und einer gut schäumenden, ph-neutralen Seife)

Segmentmassage

Bei der Segmentmassage besteht die Möglichkeit, sich den Rücken, den Brustkorb, den Kopf und Nacken sowie das Becken behandeln zu lassen. Ihren Namen trägt die Segmentmassage weil sie sich den reflektorischen Veränderungen in den Segmenten des Körpers annimmt. Dabei nimmt die Segmentmassage eine Unterteilung in verschiedene Segmentbereiche vor. So gibt es bei der Segmentmassage zum Beispiel sechs Kopfsegmente, zwölf Brustsegmente, fünf Lendensegmente und das Steißbeinsegment. Die Segmentmassage dient dann in erster Linie dazu, die inneren Organe durch das äußere Einwirken zu beeinflussen. So ruft die Segmentmassage zum Beispiel eine bessere Durchblutung hervor. Die Anwendung der Segmentmassage findet durch verschiedene Massage- und Streichgriffe statt. Doch die Segmentmassage kann nur dann helfen, wenn Körperregionen betroffen sind, dessen Hautnervenbezirke mit dem Rückenmark zusammen hängen. Damit versucht die Segmentmassage also, Störfelder, welche durch die Segmente verursacht werden, zu beseitigen.

Bindegewebsmassage

Die therapeutische Bedeutung der BGM besteht in der Möglichkeit, Einfluß auf vegetative Regulationsmechanismen zu nehmen. Über Reflexbögen erfolgt eine Spannungsnormalisierung sowohl des Bindegewebes, als auch der inneren Organe, der Muskulatur, Nerven und Gefäße. Im Behandlungsbereich erfolgt zunächst eine lokale Durchblutungssteigerung, diese stellt die erste Reaktion da. Im behandelten Hautareal kommt es im Behandlungsverlauf zu einer Normalisierung der Gewebeelastizität. Über den Reflexbogen werden zudem Organfunktionen im Sinne von Gefäßmotorik, Sekretion und Motilität normalisiert. Bei funktionellen Schmerzsyndromen ist eine schmerzlindernde Wirkung möglich.

Wärmetherapie

Durch Wärme wird der Stoffwechsel im Körper angeregt. Der Transport von Sauerstoff, Nährstoffen, Antikörpern und der Abstrom von Zerfallsprodukten des Stoffwechsels werden mobilisiert.pie
Langandauernde Wärme lindert Schmerzen und entspannt die Muskeln. Die Dehnfähigkeit des Gewebes wird verbessert und auch die Regenerationsfähigkeit des Körpers gesteigert.
Die Wärme wird mittels Moorpackungen oder Ultraschall verabreicht, je nach Verordnung.

Kältetherapie

Kälte dämpft Entzündungen aller Art, weil durch eine verringerte Körpertemperatur die Aktivität der Entzündungs-mediatoren gehemmt wird. Der Flüssigkeitsaustritt aus Blut- und Lymphgefäßen verringert sich bei Kälte, die Gefäße verengen sich und die Haut wird spärlicher durchblutet. Weil die Reflexe des Nervensystems generell herabgesetzt sind, nimmt auch die Schmerzempfindung unter der Haut, beispielsweise in den Gelenken und Muskeln ab. Kurzzeitig regen Kältereize die Muskelaktivität an, die Muskelspannung steigt. Lang andauernde Kältereize vermindern die Muskelaktivität, die Muskelspannung wird gesenkt und Verkrampfungen aufgelockert.
Die Anwendungspalette der Kältetherapie ist groß.
  • nach Operationen
  • Bänder-, Gelenks- und Muskelverletzungen
  • verschleißbedingten Gelenks- und Wirbelsäulenerkrankungen (Arthrose)
  • spastischen Muskelverspannungen
  • bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises

Elektrotherapie

Anwendung findet die Elektrotherapie im Bereich der Schmerzbehandlung, bei Durchblutungsstörungen, Erkrankungen des Bewegungsapparates, Lähmungen und Muskelschwäche. Meist werden bei der Behandlung Elektroden direkt auf der Haut angebracht, seltener wird der elektrische Strom durch Wasser geleitet. Eingesetzt werden elektrische Ströme mit verschieden Frequenzen. Nicht angewandt werden darf Elektrotherapie unter anderem bei Trägern von Herzschrittmachern und bei Metallimplantaten nach operativen Eingriffen.

Ultraschall

Die Ultraschalltherapie ist ein medizinisches Verfahren zur Beschleunigung und Unterstützung von Selbstheilungsprozessen, vor allem bei Frakturen, Sehnenentzündungen und Arthritis. Zur Behandlung wird ein Schallkopf auf die krankhafte Stelle gesetzt, der mittels Ultraschall Wärme im Körperinneren erzeugen soll. Damit werden die Durchblutung und der Stoffwechsel angeregt ohne jedoch Entzündungen zu fördern. Bei kleinen Glenken, kann der Ultraschall auch im Wasserbad durchgeführt werden, somit erhält man eine größere Kontaktfläche.

Hausbesuche

Sollten sie aufgrund Ihrer Erkrankung oder eines schlechten Allgemeinzustandes nicht in der Lage sein uns in der Praxis aufzusuchen, kommen wir auch gern zu Ihnen nach Hause. Voraussetzung dafür ist die Verordnung eines Hausbesuches auf dem Physiotherapierezept. Hausbesuche werden im näheren Umkreis unserer Praxis durchgeführt.